Kochen mit und BEI Aysenputtel!

Ich hatte ja beschlossen, in den Wintermonaten die Kochkurse bei mir zu Hause zu geben. Gesagt, getan!

Drei Kurse fanden bis jetzt bei mir zu Hause statt, und es war soooo schön! Es waren alle diesmal MEINE Gäste.

Apropos Gast …
Hab‘ ja in meinem Kochbuch schon ausgiebig über das Thema „Gastfreundlichkeit“, (besonders über die „türkische“) geschrieben.😉 Mit einer Sache bin ich etwas „überfordert“. Eins kommt -sozusagen- in meinem (türkischen) Kopf irgendwie nicht an:
wir sind bei MIR Zuhause und es sind meine GÄSTE, und Gäste zahlen bei mir nicht für das Essen, was ich ihnen auf den Tisch stelle.
Jaaa, irgendwo sagt mein Verstand:“ hömma, Frollein, ich glaub es hackt! Datt is’n offizieller KOCHKURS, vastehsse?? Koch-kurs!! Datt is nu mal gegen Gebühr, da brauchsse dir jetzt nich’n Kopp machen, do!“

Meine Mama würd‘ sagen;“ Kizim, die Gäste bezahlen dafür, dass sie bei dir essen!!? Tövbeee…“

„Ähm, Annecim, dass ist ein Kochkurs. Wir kochen gemeinsam, die schnibbeln und rühren alle mit, das ist …-“

„WAS? Du lässt die Gäste auch noch ARBEITEN??? Allahallaaaah …“

Denn nach Paragraph üçyüzotuzüç, Absatz üç, im türkischen Gastgebergesetzbuch, darf man dem Gast keine Arbeit aufs Auge drücken, es sei denn er fleht und bettelt danach und sagt :“bak ölümü gör!“ (sowas ähnliches wie: nur über meine Leiche) oder :“Allahaşkına!“ Übersetzt heißt es „Um Gottes Willen“ Aber es wird als „ich bitte dich“ benutzt. Und gleich danach:“Bak Allah’ın adını verdim!“ ( „Guck, jetzt hab ich sogar Allah erwähnt“. Der Gast will damit sagen: „du MUSST mich jetzt lassen!“) Ja ja, hatte ich ja schon erwähnt im Buch, ist nicht so einfach manchmal, die türkische Gastfreundschaft. Für beide Seiten.

Bei meinen Kursen gibts ja immer ein 4-Gänge-Menü, bzw. vier Rezepte (bei uns Türken wird ja eh immer alles aufn Tisch gestellt. Da gibts keine großen Pausen zwischen den verschiedenen Gängen, außer bei Suppe und Nachtisch) aber bei mir zu Hause gibt es etwas mehr.

OK, mag sein, dass ich es mit dem „Gäste-Bonus“ ein wenig übertreibe und es am Ende kein 4-5 , sondern ein 9-Gänge-Menü wird, aber genau SO hab ich es mir vorgestellt, als türkische Gastgeberin. „Wenn nix übrig bleibt, hats eindeutig nicht gereicht“ , heißt ein altes türkisches Sprichwort (oder auch nicht, egal, dann hab ichs jetzt eben erfunden). Die Gäste nehmen auch noch was in Tupperdosen mit nach Hause, aber mein Hausinventar ist noch da, keine Sorge. Eine Teilnehmerin war so schlau, erst beim Verabschieden an der Tür zu sagen:“ Ayşe, es war so schön bei Dir. Dein Wohnzimmer, mit den Lichtern und dem Holz neben dem Kamin, so toll…“ Ich wollte ihr das Holz und die Lichterketten grad einpacken, da war sie aber schon weg. Quasi als „Gast-Bonus“. Als ich das letztens meiner Arbeitskollegin erzählte, mussten wir beide so lachen und sie sagte: „Oh, Ayşe. Ich seh dich schon vor mir, wie der Gast sagt:‘
-Schöne Vase!
und du so:
-Nimm mit!
-Tolles Gemälde…
-Pack ich dir mit ein.
Pass auf, dass du nicht dein ganzes Hausinventar mitgibst!“

Ja genau.

-Schöne Häkeldeckchen!
-Kannste ruhig mitn…häh?!! Häkeldeckchen? WTF??!! *kreisch* Wo?! Woo?!! 😱 *augenzuhalt* Mach sie weg! Mach sie weeeg!!!

Auf jeden Fall machen diese Kochkurse Sau-Spaß!

Es gibt wieder neue Termine! Wann darf ich DICH/EUCH bei mir begrüßen? 😉

 

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