Nazar – der böse Blick

Bestimmt kennen es viele von euch. Wir Türken haben immer ein blaues Auge -ähm, ihr wisst, was ich meine- die sogenannte „Nazar boncugu“ (Nazar-Perle) oder „Mavi boncuk“ (Blaue Perle) in unserer Nähe. Sei es als Schlüsselanhänger, im Auto, als Schmuck oder als Amulett an der Wand.
Das Wort Nazar kommt aus dem Arabischen und bedeutet: Blick. Ein weitverbreiteter Aberglaube der Türken ist, dass man vom „bösem Blick“ der Menschen betroffen sein kann. Nicht alle betrachten einen mit Wohlwollen. Der Neid der Menschen -ob bewusst oder unbewusst- kann negative Energien ausstrahlen, das widerum jemanden, durch Blicke der Menschen, erreichen und schaden kann, so sagt man.
Und genau vor solchen „Blicken“ soll die Nazar-Perle schützen.
Wenn dieses Auge irgendwann kaputtgeht oder runterfällt und sonst in irgendeiner Weise Schaden abbekommt, so sagt man, hat es seinen Dienst getan, ein böses Auge abgewendet und man ersetzt es durch ein neues.
Daher auch meistens: „Ey, was guckst du?“
Hehe.

Das Wort „Masallah“ (ausgesprochen: Maschallach) hat diesbezüglich eine ganz wichtige Bedeutung. Es heißt so in etwa: „Gott/Allah beschütze“ und wird in diesem Zusammenhang sehr oft benutzt.
Zum Beispiel: wenn man etwas gut, schön oder toll findet, sagt man immer das Wort ‚masallah‘ hinterher oder vorweg. „Masallah, nazar degmesin“ (Masallah, weg mit dem bösen Blick /der böse Blick soll es nicht berühren).
Besonders bei Neugeborenen, Babys und Kleinkindern benutzt man es unbedingt, denn sie sind sehr niedlich und werden mit Begeisterung betrachtet.
In meine Kindheit (auch heute noch) habe ich immer Folgendes erlebt: da wurde z. B. ein Kind geboren und die Nachbarschaft kam zu Besuch, um das Neugeborene zu sehen und zu beschenken. Alle haben natürlich immer wieder: “ Oh, maasallah, wie süß“ oder „Ooooh, wie niedlich/hübsch die Kleine ist … Maasallah, maasallah“ gesagt, aber wenn das Baby im Nachhinein unaufhörlich schrie und es nicht zu beruhigen war, sagte irgendein älteres Familienmitglied: „Nazar degdi cocuga“ (Das Kind wurde vom bösen Blick berührt) und es wurden Nazar-Gebete gebetet, was dann auch meistens zur Beruhigung des Kindes führte (wahrscheinlich war in der Zwischenzeit nur der Pups entwichen).

Auch wenn man ein neues Auto, ein Haus gekauft hat, bringt man unbedingt an irgendeiner Stelle so ein Auge an, um es vor ‚bösen Blicken‘ zu schützen.

Wie gesagt, es ist ein reiner Aberglaube, hat eigentlich nichts mit der Religion zu tun. Gibt auch sehr viele, die nicht daran glauben.

Mittlerweile gibt es so vieles mit der Nazar-Perle, sodass es meist nur zu dekorativen Zwecken dient, wie bei mir zu Hause.

Ich benutze es ja in letzter Zeit auch auf meiner Tischdeko, bei den Kochkursen.
Nicht, dass mir noch das Essen anbrennt, hömma!

Ich, in der „Lea“

 

Ey, weißte … da kommste dir für einen klitzekleinen Moment vor, wie ’n kleinerStar. Siehst dich schon auf’m  roten Teppich spazieren. Gibst dem Jamie Oliver ne Gettofaust, grinst ihm zu :“Na, Dscheymie? Wie isett? Alles fit im Schritt?“
Stehst da im Blitzlichtgewitter, in deiner geübten Victoria Beckham-Pose (aber MIT einem Lächeln!), alle jubeln dir zu …

… und plötzlich siehste dich wieder im Spiegel und gibst ein entsetztes Kreischen von dir, nimmst deinen Eimer und deinen Wischmop und gehst wieder die Treppenputzen.

Hach ja … die Realität ist manchmal schon Scheiße. 😂

Spaß. Alles gut. Durch meine Community, meine Leser, hab ich so tolle Sachen erlebt (und erlebe es noch), die ich mir nie erträumt hätte.
Bin gesund& glücklich und darf immer wieder so wunderbare Menschen kennen lernen. Das ist einfach unbezahlbar!

Vielen herzlichen Dank an Frau Aszmons und dem wundervollen Lea-Team, für diesen tollen Bericht!

Dies ist die heutige, 26. Ausgabe.

 

 

Wird Zeit, dass ich mich mal wieder melde! Bilder vom Kochkurs Peine/Hannover

Still war es hier auf meiner Homepage, aber umso turbulenter in meinem Leben.

Was bisher geschah:

-Meine Eltern sind wieder zurück in die Heimat (Türkei), es geht ihnen soweit ganz gut.

-Ein paar meiner Kochkurse fanden in den Winter-und Frühlingsmonaten bei mir Zuhause statt. Jeder Kurs war ein Erlebnis für sich und hat hammermäßig Spaß gemacht!

-Ich war für einige Tage auf Mallorca

-Ich war für 9 Tage in New York

-Am 17.6. begann meine diesjährige Deutschland-Kochtour. Es war ein absolut fantastischer Start in Peine (Hannover). Unsere Gastgeberin, ihr Zuhause, das Ambiente, die gesamte Gruppe waren einfach nur toll!

-Morgen , am 20.6., wird die Frauenzeitschrift „Lea“ in ihrer Ausgabe von mir und meinem Kochbuch berichten.

-Am nächsten Freitag, am 22.6., habe ich meine 2. Lesung mit Verkostung, im „Bücherwurm“ in Datteln.

Karten erhalten Sie im Bücherwurm oder an der Abendkasse. Eintritt: 10 Euro

Vorbestellungen unter:

Tel: 02363-4539
Fax: 02363-63175

E-Mail: info@buecherwurm-datteln.de

 

Und hier noch einige Eindrücke von unserem letzten Kochkurs in Peine.
Wann darf ich SIE zu einem Kurs begrüßen, oder sogar Gast bei Ihnen sein?:)

 

 

 

Meine 1. Lesung bei Mayersche: Bilder und Eindrücke

Am 31.03.2018 durfte ich meine erste Lesung erleben, in der Mayerschen Buchhandlung in Castrop-Rauxel. Vielen Dank an alle Mitarbeiter; ganz besonders an Frau Jahn und Frau Höver, für die Einladung.

Es war wahnsinnig aufregend und hat sehr Spaß gemacht. Auch die Verkostung kam sehr gut an. Hier ein paar Eindrücke (an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Martina Engert, für die tollen Fotos!):

Meine 1. Lesung: bei Mayersche!

Ich bin sehr aufgeregt und freue mich riesig!

Am 31.03.2018, 12:00 Uhr, in Castrop-Rauxel, Mayersche Buchhandlung.
Weitere Lesungen bei Mayersche in Dortmund und Essen sind ab September geplant.
Die nächste Lesung ist in der Buchhandlung „Bücherwurm“ in Datteln.

Falls ihr in der Nähe seid, Zeit&Lust habt, kommt vorbei. Gibt lustige Kurzgeschichten und lecker Verkostung! 🙂

Kochen mit und BEI Aysenputtel!

Ich hatte ja beschlossen, in den Wintermonaten die Kochkurse bei mir zu Hause zu geben. Gesagt, getan!

Drei Kurse fanden bis jetzt bei mir zu Hause statt, und es war soooo schön! Es waren alle diesmal MEINE Gäste.

Apropos Gast …
Hab‘ ja in meinem Kochbuch schon ausgiebig über das Thema „Gastfreundlichkeit“, (besonders über die „türkische“) geschrieben.😉 Mit einer Sache bin ich etwas „überfordert“. Eins kommt -sozusagen- in meinem (türkischen) Kopf irgendwie nicht an:
wir sind bei MIR Zuhause und es sind meine GÄSTE, und Gäste zahlen bei mir nicht für das Essen, was ich ihnen auf den Tisch stelle.
Jaaa, irgendwo sagt mein Verstand:“ hömma, Frollein, ich glaub es hackt! Datt is’n offizieller KOCHKURS, vastehsse?? Koch-kurs!! Datt is nu mal gegen Gebühr, da brauchsse dir jetzt nich’n Kopp machen, do!“

Meine Mama würd‘ sagen;“ Kizim, die Gäste bezahlen dafür, dass sie bei dir essen!!? Tövbeee…“

„Ähm, Annecim, dass ist ein Kochkurs. Wir kochen gemeinsam, die schnibbeln und rühren alle mit, das ist …-“

„WAS? Du lässt die Gäste auch noch ARBEITEN??? Allahallaaaah …“

Denn nach Paragraph üçyüzotuzüç, Absatz üç, im türkischen Gastgebergesetzbuch, darf man dem Gast keine Arbeit aufs Auge drücken, es sei denn er fleht und bettelt danach und sagt :“bak ölümü gör!“ (sowas ähnliches wie: nur über meine Leiche) oder :“Allahaşkına!“ Übersetzt heißt es „Um Gottes Willen“ Aber es wird als „ich bitte dich“ benutzt. Und gleich danach:“Bak Allah’ın adını verdim!“ ( „Guck, jetzt hab ich sogar Allah erwähnt“. Der Gast will damit sagen: „du MUSST mich jetzt lassen!“) Ja ja, hatte ich ja schon erwähnt im Buch, ist nicht so einfach manchmal, die türkische Gastfreundschaft. Für beide Seiten.

Bei meinen Kursen gibts ja immer ein 4-Gänge-Menü, bzw. vier Rezepte (bei uns Türken wird ja eh immer alles aufn Tisch gestellt. Da gibts keine großen Pausen zwischen den verschiedenen Gängen, außer bei Suppe und Nachtisch) aber bei mir zu Hause gibt es etwas mehr.

OK, mag sein, dass ich es mit dem „Gäste-Bonus“ ein wenig übertreibe und es am Ende kein 4-5 , sondern ein 9-Gänge-Menü wird, aber genau SO hab ich es mir vorgestellt, als türkische Gastgeberin. „Wenn nix übrig bleibt, hats eindeutig nicht gereicht“ , heißt ein altes türkisches Sprichwort (oder auch nicht, egal, dann hab ichs jetzt eben erfunden). Die Gäste nehmen auch noch was in Tupperdosen mit nach Hause, aber mein Hausinventar ist noch da, keine Sorge. Eine Teilnehmerin war so schlau, erst beim Verabschieden an der Tür zu sagen:“ Ayşe, es war so schön bei Dir. Dein Wohnzimmer, mit den Lichtern und dem Holz neben dem Kamin, so toll…“ Ich wollte ihr das Holz und die Lichterketten grad einpacken, da war sie aber schon weg. Quasi als „Gast-Bonus“. Als ich das letztens meiner Arbeitskollegin erzählte, mussten wir beide so lachen und sie sagte: „Oh, Ayşe. Ich seh dich schon vor mir, wie der Gast sagt:‘
-Schöne Vase!
und du so:
-Nimm mit!
-Tolles Gemälde…
-Pack ich dir mit ein.
Pass auf, dass du nicht dein ganzes Hausinventar mitgibst!“

Ja genau.

-Schöne Häkeldeckchen!
-Kannste ruhig mitn…häh?!! Häkeldeckchen? WTF??!! *kreisch* Wo?! Woo?!! 😱 *augenzuhalt* Mach sie weg! Mach sie weeeg!!!

Auf jeden Fall machen diese Kochkurse Sau-Spaß!

Es gibt wieder neue Termine! Wann darf ich DICH/EUCH bei mir begrüßen? 😉

 

Ich war im WDR, live!

Hallöchen, bin wieder im Lande!

Meiner Mutter geht es den Umständen entsprechend besser und ich werde meine Eltern, am Ende des Monats, zu mir holen. Bis meine Mutter soweit ist, dass sie wieder für sich und meinen Vater sorgen kann, werden sie erstmal hierbleiben.

Mein Leben hier geht es mal wieder weiter und ich hatte gestern einen Live-Auftritt in der Sendung „WDR Lokalzeit aus Dortmund“.

Am Morgen wurde bei mir Zuhause gemeinsam gekocht und gegessen, am Abend war ich dann im Studio. Es war ein sehr aufregender Tag für mich, aber ich habe mich tapfer geschlagen. Trotz aller Aufregung und Lampenfieber hat es wahnsinnig Spaß gemacht und das  WDR-Team war unglaublich freundlich!

An dieser Stelle nochmals ein ganz großes DANKESCHÖN!

Und ich bin dem Dscheymie wieder ganz Nahe … hach! 😉