Liebes Coronavirus …

Liebes Coronavirus,

erstmal vorweg: das, was Du der Welt und uns Menschen zur Zeit antust, ist echt … ja, ich sag’s jetzt mal ganz direkt:  SCHEIßE. Und wie jeder andere auch, wünsche ich mir, dass wir Dich ganz schnell wieder loswerden.

Und ich bin -bis jetzt- noch nicht mit Dir in Berührung gekommen, zumindest merke ich davon (noch) nichts. Hoffentlich bleibt es so.

Gott weiß, ich bin kein religiöser Mensch (allein diese Aussage hat’s aber in sich, glaube ich), aber manchmal denke ich, Du wurdest uns von ihm oder von der Natur geschickt, um die Menschen mal „wach zu rütteln“, um zu sagen:“Kommt ZU Euch, verdammt nochmal! Konzentriert Euch mal auf das Wesentliche! ICH habe hier die Macht, und nicht IHR!“

Mich macht die ganze Misere richtig traurig, wenn ich Menschen sehe, die sich z.B. wegen Toilettenpapier die Köpfe einschlagen. Ich möchte dann besonders diejenigen Menschen (in den verschiedensten Ländern) fragen:“wie war das noch? Ihr habt immer gerufen, dass alle Flüchtlinge doch in ihrer Heimat bleiben sollen, dort lieber mitkämpfen und die ganzen Bomben und die Todesangst, die ihre Kinder und Familien täglich, jahrelang, bis ins Knochenmark verspüren, ertragen sollen, aber IHR kriegt jetzt schon Panik, weil Ihr evtl. kein Klopapier mehr bekommen könntet?!“
Wobei die eine Angst und die Umstände ja nicht mal Ansatzweise zu vergleichen sind, mit der anderen.

Es macht mir Angst, zu beobachten, zu was allem manche Menschen fähig wären, wenn es mal GANZ Dicke kommen würde, oder andere, politische Krisen-oder Ausnahmesituationen herrschen würden. Viele Menschen sind in solchen Zuständen gar nicht wiederzuerkennen und entwickeln sich zu egoistischen Monstern.

Aber auf der anderen Seite tut es so gut, zu sehen, dass es auch (wie eh und jeh) noch die anderen Menschen da draußen gibt, ihr Herz und ihr Hirn am rechten Fleck haben. All die hilsbereiten, selbstlosen und empathievollen Menschen, die in solch besonderen und schweren Zeit, wie ein Licht am Ende des Tunnels und wie ein Trostpflaster auf der Seele sind.
Ich bin diesen Menschen so unendlich dankbar.

Ab morgen wird es vielleicht eine bundesweite Ausgangssperre geben. So leid es mir für die Menschen tut, die darunter wirklich leiden, weil sie WIRKLICH berechtigte Gründe dafür haben, so leid mir die Menschen tun, die ernsthafte finanzielle Ausfälle durch Dich haben (ICH habe es ja auch) begrüße ich diese Maßnahme, die, m.E., auf der ganzen Welt eingeführt werden sollte. Und das schon etwas länger.

Nur so werden wir den Kampf gegen Dich so schnell wie möglich in den Griff bekommen.

Und dass die gesamte Welt mal einen oder zwei Gänge runterschaltet, ist vlt. gar nicht mal so schlecht. Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen, dass alle sich mal Gedanken machen und darüber nachdenken, in was für einer übertriebenen Konsumgesellschaft wir leben, dass allen mal bewusst wird, wie sie mit ihrem Leben und das der anderen umgehen und sich ein wenig auf wesentlichere Dinge im Leben konzentrieren. Vielleicht etwas sensibler, besonnener, bescheidener und demütiger werden.

Ich bin jetzt schon gespannt auf die Jahresrückblicke und die vielen, denkwürdigen Bilder, am Ende des Jahres 2020. Ich hoffe, dass keine noch schlimmeren Bilder und Nachrichten mehr dazu kommen. Aber eins ist sicher: durch Dich wird diese Zeit auf jeden Fall in die Geschichte eingehen. Ich würde mir wünschen, dass wir dann alle sagen können:

„Die Zeit mit dem Coronavirus war sehr schwierig für die ganze Welt, aber es hatte wenigstens was Gutes: wir haben daraus viel gelernt und es hat uns alle wachgerüttelt. Wir gehen mit uns, mit unseren Mitmenschen und mit unserer Umwelt viel besser um.“

Und hoffentlich applaudieren wir (zumindest symbolisch) ALLEN Menschen dann immer noch, die in solchen Situationen (obwohl viele auch schon vorher enormes geleistet haben) über ihre Grenzen gegangen sind, zum Wohle der Mitmenschen.
Hoffentlich werden sie für ihre unfassbaren Mühen angemessen belohnt und bekommen (endlich) das, was sie WIRKLICH verdienen.

Mal sehen, was diese, Deine Zeiten, noch mit sich bringen.

Vlt. bringt es ja sogar noch Paare zusammen, à la „Mann mit Desinfektionsmittel sucht Frau mit Klopapier“ ?

Und vielleicht wissen einige (vor allem die „Ich hasse Montage“- Fraktion) die Montage und das Privileg, arbeiten gehen zu DÜRFEN, ja plötzlich doch zu schätzen?

Wir werden sehen.

Ich wünsche auf jeden Fall, dass wir Dich ganz schnell loswerden und nie wiedersehen (auch nicht „umgestylt“ und „verkleidet“) und allen Menschen da draußen, viel Kraft, Gesundheit und Durchhaltevermögen.

Wir schaffen das!

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