Aysenputtel-Kochkurs in Coronazeiten ;-)

„Imagine, all the people 🎶🎵…“😉

(Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Ich schwör!🤞)

Skype-Gruppenname: „Stay at home and cook turkish“

Teilnehmer: Monika mit Tochter Manu, Claudia, Eva, Inga, Kerstin+Klaus, Sabine+Frank.

☆☆☆MENÜ☆☆☆ (auf Wunsch der Teilnehmer)

Vorspeise: gefüllte Weinblätter mit Löffelsalat

Hauptspeise: Pide

Nachspeise: Baklava

Uhrzeit: 15 Uhr

Alle Teilnehmer, Pärchen,  erscheinen der Reihe nach auf dem Bildschirm und winken sich zu. Freudige, gespannte Gesichter. Jeder hält einen Drink/Cocktail/Sekt in der Hand und die traditionelle Begrüßungsrunde beginnt.

Ayşe: „Hallo, in die Runde! Schön, dass Ihr da seid und herzlich Willkommen. Auf einen schönen Tag! Şerefe, Prost!“

Alle erheben die Gläser. Lustiges Gemurmel.

„Für alle, die meine Kurse noch nicht kennen: zunächst erzählen wir alle, der Reihe nach, kurz was zu uns. Dabei stellt sich jeder auf den Tisch und wir tanzen unsere Namen. *grins*   (Gelächter)

Ich fange mal an … ich heiße Ayşe, bin von Beruf Kinderkrankenschwester  und … (blablup) … Kennt jeder von Euch die türkische Küche?“

Kerstin:“Also, i hon scho mol dieses Dingens im Urlaub gessa … na, wie werda sie ausgeschbrocha … diese Fallalla!“

Klaus:“ Nee, Schadz, die heißa Fallafl ond des war im Dunesien-Urlaub, ledzdes Joahr.“

Kerstin:“ Oh, ond was war des mid däm Fädeledässär mid Kläbrädza? War des au in Dunesia?“

Klaus:“ Nee, des war im Ephesus  Hotel, in Kuschadaasi.“

Ratlose Gesichter. Kurze Stille.

Ayşe:“Äh … OK, machen wir doch einfach mal weiter. Ich befürchte, die nachfolgenden Gerichte verspäten sich um eine Stunde.“

Jeder stellt sich „kurz“ vor. Es wird viel gelacht. Einige leben in NRW/Ruhrpott, Berlin, Hamburg, Stuttgart … sie sind aus allen Ecken Deutschlands.

Es ist mittlerweile 16:15. Jetzt wird losgelegt. Es wird kräftig vorbereitet, geschnibbelt, gerührt, gekocht,  geknetet … und gerollt.

„Warst Du oft im Kuba-Urlaub?“

„Wieso?“

„Deine gefüllten Weinblätter sehen aus wie Zigarren.“

„Da kennt sich ja einer aus …“

Gegacker, Gegröle.

Man tauscht sich gegenseitig über die Erfahrungen aus, in dieser schweren Zeit. „Leben am Limit – eine Woche ohne Klopapier!“ „I can get noo 🎶🎵 desinfaction!🎵“ Ayşe gibt wichtige Tips und Infos, zeigt und  erklärt. Eva’s Verbindung ist ständig weg. Sie kommt immer wieder neu dazu:“Sorry, hab ick was verpasst Wie war dit jetze mit der Füllung? “

Sabine: „Mein Pide-Schiffchen sieht aus wie’n UFO.“

Frank:“Ein ungenießbares Flugobjekt nähert uns! Beam me up Scotty!“

Frank wird von Sabine mit einem Hausschuh beworfen. „Aua!“

Ayşe zeigt, wie das Baklava geschichtet und nach dem Backen der Zuckersirup darüber gegossen wird. „Wie viel Kilo Zucker war da jetzt nochmal drin?“

„Oh. Mein. Gott!“

„Ihr habt es ja so gewollt“

„Nach Corona fangen wir aber alle wieder an. Corona ist der neue Montag!“

Nach viel Gelächter und Gequassel -UND vielen Fotos- hat man gegessen, Wein und danach Mokka getrunken . Einige genehmigen sich noch einen kleinen Raki‘-Absacker. Oder zwei … oder drei …

Klaus und Kerstin: “ Des beschte an so nem Fernkurs … *hicks* isch ja, dssss … des keinr mehr fahra muss. Gell, Schadz? Broschd!“

23 Uhr.

Es wird noch ein Screenshot von dem „Gruppenfoto“ gemacht, sich verabschiedet und jeder klickt sich aus.

Es lebe das Home-Office! 😉 

Liebes Coronavirus …

Liebes Coronavirus,

erstmal vorweg: das, was Du der Welt und uns Menschen zur Zeit antust, ist echt … ja, ich sag’s jetzt mal ganz direkt:  SCHEIßE. Und wie jeder andere auch, wünsche ich mir, dass wir Dich ganz schnell wieder loswerden.

Und ich bin -bis jetzt- noch nicht mit Dir in Berührung gekommen, zumindest merke ich davon (noch) nichts. Hoffentlich bleibt es so.

Gott weiß, ich bin kein religiöser Mensch (allein diese Aussage hat’s aber in sich, glaube ich), aber manchmal denke ich, Du wurdest uns von ihm oder von der Natur geschickt, um die Menschen mal „wach zu rütteln“, um zu sagen:“Kommt ZU Euch, verdammt nochmal! Konzentriert Euch mal auf das Wesentliche! ICH habe hier die Macht, und nicht IHR!“

Mich macht die ganze Misere richtig traurig, wenn ich Menschen sehe, die sich z.B. wegen Toilettenpapier die Köpfe einschlagen. Ich möchte dann besonders diejenigen Menschen (in den verschiedensten Ländern) fragen:“wie war das noch? Ihr habt immer gerufen, dass alle Flüchtlinge doch in ihrer Heimat bleiben sollen, dort lieber mitkämpfen und die ganzen Bomben und die Todesangst, die ihre Kinder und Familien täglich, jahrelang, bis ins Knochenmark verspüren, ertragen sollen, aber IHR kriegt jetzt schon Panik, weil Ihr evtl. kein Klopapier mehr bekommen könntet?!“
Wobei die eine Angst und die Umstände ja nicht mal Ansatzweise zu vergleichen sind, mit der anderen.

Es macht mir Angst, zu beobachten, zu was allem manche Menschen fähig wären, wenn es mal GANZ Dicke kommen würde, oder andere, politische Krisen-oder Ausnahmesituationen herrschen würden. Viele Menschen sind in solchen Zuständen gar nicht wiederzuerkennen und entwickeln sich zu egoistischen Monstern.

Aber auf der anderen Seite tut es so gut, zu sehen, dass es auch (wie eh und jeh) noch die anderen Menschen da draußen gibt, ihr Herz und ihr Hirn am rechten Fleck haben. All die hilsbereiten, selbstlosen und empathievollen Menschen, die in solch besonderen und schweren Zeit, wie ein Licht am Ende des Tunnels und wie ein Trostpflaster auf der Seele sind.
Ich bin diesen Menschen so unendlich dankbar.

Ab morgen wird es vielleicht eine bundesweite Ausgangssperre geben. So leid es mir für die Menschen tut, die darunter wirklich leiden, weil sie WIRKLICH berechtigte Gründe dafür haben, so leid mir die Menschen tun, die ernsthafte finanzielle Ausfälle durch Dich haben (ICH habe es ja auch) begrüße ich diese Maßnahme, die, m.E., auf der ganzen Welt eingeführt werden sollte. Und das schon etwas länger.

Nur so werden wir den Kampf gegen Dich so schnell wie möglich in den Griff bekommen.

Und dass die gesamte Welt mal einen oder zwei Gänge runterschaltet, ist vlt. gar nicht mal so schlecht. Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen, dass alle sich mal Gedanken machen und darüber nachdenken, in was für einer übertriebenen Konsumgesellschaft wir leben, dass allen mal bewusst wird, wie sie mit ihrem Leben und das der anderen umgehen und sich ein wenig auf wesentlichere Dinge im Leben konzentrieren. Vielleicht etwas sensibler, besonnener, bescheidener und demütiger werden.

Ich bin jetzt schon gespannt auf die Jahresrückblicke und die vielen, denkwürdigen Bilder, am Ende des Jahres 2020. Ich hoffe, dass keine noch schlimmeren Bilder und Nachrichten mehr dazu kommen. Aber eins ist sicher: durch Dich wird diese Zeit auf jeden Fall in die Geschichte eingehen. Ich würde mir wünschen, dass wir dann alle sagen können:

„Die Zeit mit dem Coronavirus war sehr schwierig für die ganze Welt, aber es hatte wenigstens was Gutes: wir haben daraus viel gelernt und es hat uns alle wachgerüttelt. Wir gehen mit uns, mit unseren Mitmenschen und mit unserer Umwelt viel besser um.“

Und hoffentlich applaudieren wir (zumindest symbolisch) ALLEN Menschen dann immer noch, die in solchen Situationen (obwohl viele auch schon vorher enormes geleistet haben) über ihre Grenzen gegangen sind, zum Wohle der Mitmenschen.
Hoffentlich werden sie für ihre unfassbaren Mühen angemessen belohnt und bekommen (endlich) das, was sie WIRKLICH verdienen.

Mal sehen, was diese, Deine Zeiten, noch mit sich bringen.

Vlt. bringt es ja sogar noch Paare zusammen, à la „Mann mit Desinfektionsmittel sucht Frau mit Klopapier“ ?

Und vielleicht wissen einige (vor allem die „Ich hasse Montage“- Fraktion) die Montage und das Privilleg, arbeiten gehen zu DÜRFEN, ja plötzlich doch zu schätzen?

Wir werden sehen.

Ich wünsche auf jeden Fall, dass wir Dich ganz schnell loswerden und nie wiedersehen (auch nicht „umgestylt“ und „verkleidet“) und allen Menschen da draußen, viel Kraft, Gesundheit und Durchhaltevermögen.

Wir schaffen das!

Erinnert Euch …

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen“ (Ghandi)

Ihr hattet ein Herz, erinnert Euch …

Ihr halft einen alten Menschen, über die Straße zu gehen.

Ihr brachtet Eurem Nachbarn von Eurem Essen vorbei.

Ihr gingt niemals satt ins Bett, wenn Euer Nachbar hungerte.

Und Ihr achtetet nicht auf die Nationalität, Religion oder Sprache Eures Nachbarns, sondern auf die Menschlichkeit.

Ihr hattet eine Moral, die darauf hinwies, dass es eine Schande war, die Sprache, die Religion einer Person infrage zu stellen.

Eure universellen Gesetze, die es zu einem Verbrechen machten, Menschen nach Ort und Geschlecht zu trennen.

Ihr hattet Lieder, welche Ihr gemeinsam sangt. Halays, die Ihr Schulter an Schulter tanztet …

Die gemeinsam verarbeitete Ernte, die langen Wege, die ihr gemeinsam lieft.

Ihr hattet ein Herz, erinnert Euch …

Ihr wusstet, dass streunende Tiere, Vögel, Bäume und Insekten das gleiche Recht haben, zu leben.

Ihr zerstörtet keine Ameisenhaufen, und Ihr rügtet diejenigen, die mit Steinen nach Vögel warfen.

Ihr pflanztet Bäume, erinnert Euch, weil „Leben überwiegt“.

Ihr hattet ein Herz, erinnert Euch …

Ein großer Platz in Eurem Herzen öffnete sich, bei einem Kinderlächeln.

Ihr respektiertet alte Menschen und den jungen hörtet Ihr zu …

Den unschuldigen Babygeruch hättet Ihr gegen nichts eingetauscht.

Ihr hattet eine Religion,  in der den Waisen nichts weggenommen und Güte gepredigt wurde. Es wurde nicht um jeden Preis gewonnen, und Menschen Leid zuzufügen, war die größte Sünde.

Ihr hattet ein Herz, erinnert Euch …

Ihr hattet einen Hals, mit dem Ihr schlucken musstet, wenn Ihr einen Bettler saht.

Tränen, die Ihr vergosset, wenn Kinder starben … Den Schmerz, den Ihr verspürtet, wenn ein Sarg aus der Nachbarschaft getragen wurde und Ihr zum „wir“ wurdet.

Erinnert Euch, dass Ihr -unabhängig vom Namen- eine Träne, eine Trauer für den Tod eines jungen Menschen hattet.

Ihr hattet Sprichwörter, die Euch rieten, Hass und Feindseligkeit aufzugeben.

Erinnert Euch … Ihr hattet einen Verstand, der wusste, dass Krieg eine schlechte Sache und Frieden heilig ist.

Erinnert Euch … Ihr hattet Geschichten, die erzählten, dass Hass und Feindseligkeit das Herz des Menschen verdunkeln. Märchen, die Euch erzählten, das die Bösen immer verlieren …

Ihr hattet ein Herz, erinnert Euch …

Da gibt es ein Feuer, auf einer Seite des Landes, das nicht aufhört zu brennen, schaut hin.

Bitte, schaut hin!

Städte, in denen es ein Ausgehverbot gibt, seit Monaten.

Bombardierte Straßen …

Angeschossene Häusermauern, die nach Blut riechen. Kinder, die mit dem Lärm einer Bombe aufwachen. Kleine Kinder, deren Leben diese Bomben genommen haben…

Es gibt Krankenwagen, die nicht kommen. Verwundete, die an Blutverlust sterben … Tote, die nicht begraben werden können … Es gibt Trauer, die nicht ausgelebt werden kann, weil es jeden Tag einen weiteren Toten gibt.

Ihr seid Menschen, ohne „wenns“ und „abers“, erinnert Euch!

Menschen sterben … jung, alt, Kinder, Frauen, Männer, mit und ohne Uniformen. Jeder von ihnen ist für seine Verwandten am Wertvollsten. Jeder von ihnen hat seine Liebsten, seine Liebenden … Jeder von ihnen eine Familie, dessen Welt zusammenbricht. Jeder von ihnen, hinterlässt einen Schmerzensschrei …

Ohne zu fluchen, ohne zu ver-fluchen, ohne Genugtuung, Ihr hattet ein Herz … erinnert Euch.

Eure Tränen, Euer Verstand, Euer Gewissen, Eure Menschlichkeit …

Erinnert Euch!

(Autorin: Leyla Alp, türkische Journalistin. Deutsche Übersetzung: Ayse Tuncöz)

Jahrestag …

Mancher Besuch, der auch mein Badezimmer besucht, wird sich wohl denken:“Hm? Warum hängt der Handtuchhalter an so ’nem Garn? Warum holt sie sich nicht einen neuen?“ Was sie nicht wissen (können), ist die Geschichte dahinter:

Als meine Eltern vor 2 Jahren hier bei mir zu Besuch waren, hatte mein Vater -während er im Badezimmer war- sein Gleichgewicht verloren und versucht, sich an diesem Handtuchhalter festzuhalten. Dabei ist es wohl kaputt gegangen, ihm war aber damals -Gott sei Dank- nichts passiert.

Es war ihm so unangenehm und er entschuldigte sich dafür, was mir damals so leid tat. Selbstverständlich war dieses Ding, was man ja ersetzen konnte, gar nicht wichtig. Ich hatte es provisorisch mit einem robusten Garn festgebunden, bis ich ein neues kaufen würde.
Irgendwie kam ich nie dazu und kaum ein Jahr später starb mein Vater.

Ich wollte es dann auch gar nicht mehr erneuern. Auch wenn es blöd aussehen mag … es erinnert mich an meinen Vater und ich möchte, dass es bleibt.
Ja, sie leben in unseren Herzen weiter und ja, es gibt so viele andere Erinnerungen, aber manche Dinge, so banal sie auch sein mögen, sind einem so wichtig. Man möchte es so lassen und nicht ändern.

Gestern war der Jahrestag. So schnell ist schon ein Jahr um … In meinen Handy heißt es auch immer noch „Babam ev“ (Papa Haus) und „babam cep“ (Papa Handy). Das werde ich auch nie ändern oder löschen.

Und immer wenn ich, weiterhin jeden Tag, meine Mutter über „Babam ev“ anrufe, denke ich an die Momente, an denen Papa ranging und (mit seinem unvergleichlichen, trocken Humor) sagte :“Du schon wieder? JE-DEN Tag … Du nervst“

Ich vermisse seinen Humor, seine Scherze, seine Stimme. Ich vermisse ihn.

Aber er wird in so vielen Dingen, in Bildern, Videos, in Sprüchen, seinen Liedern, in meinen Geschichten … und auch in so unscheinbaren Gegenständen, wie in diesem kaputten Handtuchhalter, weiterleben.

Aber für immer und ewig, in meinem Herzen … 

Eindrücke: Kochkurs Darmstadt, 01.02.2020


… und noch ganz frisch aus dem Urlaub zurück, inspiriert von Kappadokien und mit vielen hübschen, neuen, mitgebrachten Accessoires, ging es zum ersten Kochkurs dieses Jahres. Es war ein toller Start!

Ich liebe meine neuen „Alaadin-Lampen“, meinen neuen Tischläufer, mit den vielen, türkischen Symbolen und Wahrzeichen drauf, meine tanzenden Derwische, UND! meinen selbstgebastelten „Wunschbaum“, mit den vielen blauen Augen dran, von denen ich in Kappadokien so begeistert war. Ich liebe diese „blauen Bäumchen“, die in Kappadokien überall zu bewundern waren.
Was keiner weiß: ich bin eigentlich aus dem Grund nach Kappadokien gefahren, weil ich gehofft hatte, diese „Wunschbäume“ dort als Miniatur, als Souvenir kaufen zu können.
Ich wollte es als neues Accessoire/Deko für meine Kochkurse verwenden, aber leider gab es da sowas nicht. Was für ein Fehler! Wenn ich dort leben würde, würde ich viele solcher Bäume basteln und an die Touris verkaufen, die dort an diesen Bäumen Schlange stehen, um damit ein Foto zu machen. Ich bin mir sicher, dass bestimmt noch viele andere Menschen -so wie ich- so ein Bäumchen gerne haben würden. Ich hätte dafür echt viel Geld gelassen. Tja, Pech gehabt:) Egal, jetzt hab ich ein Selbstgebasteltes. Ist noch viel besonderer. Freue mich sehr, meinen Kursteilnehmern ein ganz kleines Stück Türkei, Kappadokien und Tausendundeine Nacht mitbringen zu dürfen 🙂

Ein kurzer Urlaub in der Heimat …

Hatte im Januar wieder meine liebe Mutter besucht, für 2 Wochen. Diesmal habe ich auch einen Kurztrip nach Kappadokien gemacht, und was soll ich sagen … Ich habe mich über mich selbst geärgert, dass ich diesen faszinierenden Ort erst jetzt besucht habe. Ich war einfach nur geflasht! Kappadokien ist der Oberhammer!

Hello 2020!

Und da isses, das neue Jahrzehnt! Boah, das fühlt sich richtig … äh … gleich an? Hoffe, Ihr seid alle gut reingerutscht?

Ich möchte Euch mal zeigen, wie unser Silvesterbuffet aussah. Wie Ihr seht, konnte ich mich mal wieder gut austoben, was ich LIEBE! Wir haben mit der Family gefeiert (Söhne und Neffen) und diesmal wollte ich nicht nur türkische Sachen machen, sondern mal wieder internationale Gerichte. Im Einzelnen gab es:

  • Canapés mit 3 verschiedenen Belägen: Dip aus Tomatenpaste (getrocknete Tomaten), Frischkäse und gehackten Walnüssen. Mit getr. Tomatenstreifen, Granatapfelkernen und Dill dekoriert. (Eigenkreation) *** Şakşuka (türkische Auberginen-Zucchini-Vorspeise) *** Humus mit Pastirma-Rosen (türkischer Rinderschinken)
  • Rote Beete-Dip
  • „Kartoffelbomben“ mit einem Häubchen aus rote Zwiebeln-Salat (das Rezept hatte ich am 30. November auf Instagram gepostet)
  • Hähnchenkeulen im Knuspermantel, mit selbstgemachtem Ketchup
  • Garnelen im knusprigem Kartoffelmantel, mit selbstgemachtem Dip
  • Mexikanischer Taco-Salat (nach einem Rezept von „Sally’s Welt“)
  • Vietnamesische Sommerrollen, mit selbstgemachtem Dip
  • Crème Brûlée 
  • Snickers-Kuchen
  • Kadayif-Hörnchen mit leichter Vanillecremefüllung (das Rezept hatte ich am 30. November auf Instagram gepostet)

Das Lied, was im Hintergrund zu hören ist, wurde an dem Abend von meinem Sohn gesungen. Es war also ein sehr angenehmer, leckerer und unterhaltsamer Abend, bei uns. Man sagt bei uns Türken immer:“Yeni yila nasil girersen, bütün yilin öyle gecer“. Soll heißen:“Dein ganzes Jahr wird so sein, wie Du es beginnst.“ Hm … trifft leider nicht immer zu. Vielleicht auch besser so. Sonst wärst Du spätestens am 1.1. deinen Lappen los. *hüstel* Nein, Spaß. Die Bedeutung dürfte klar sein.

Und am Wochenende darf ich mich wieder austoben, da bekomme ich nämlich wieder ganz lieben Besuch. Die Gastgeberin vom Kochkurs in Winterkasten und eine Teilnehmerin werden da sein, worüber ich mich sehr freue. Ich muss immer schmunzeln, wenn die Leute vorher sagen:“Ayse, wir möchten nicht, dass Du Dir Umstände machst. Lass uns was mitbringen oder zusammen kochen.“

Ist ja total lieb und süß, aber 1. koche und bekoche ich unheimlich gerne Menschen und habe sehr gerne Gäste, 2. wird bei mir nicht was mitgebracht und schon gar nicht mitgeholfen oder mitgekocht (wenn es nicht gerade ein Kochkurs ist). Es wird sich nur von mir verwöhnen lassen, alles genossen, nichts getan. Das besagt § 2, Absatz 1, TGGB (türkisches Gästegesetzbuch). Das hat der Gast dann schon automatisch, bei der Zusage zur Einladung, unterschrieben. Unter Türken.

Bei den deutschen Gästen ist es etwas komplizierter, da sie immer alles genau wissen und das Kleingedruckte lesen wollen. Deutsche Gäste unterschreiben direkt an der Haustür, kurz bevor sie die Schuhe ausziehen müssen. Mit den Schuhen geben sie quasi ihre Hilfsrechte ab.

Nee, eingezogen wird bei mir nicht, trotz betteln und bitten. Am Ende, mehr als gesättigt, geht man -zufrieden und glücklich- schön wieder nach Hause. Es gibt so einige lustige, türkische Sprichwörter, über Gäste. Eines davon ist der hier: „Misafir üc gün misafirdir.“ „Der Gast ist nur drei Tage ein Gast.“ Soll heißen, dass ein Gast nur drei Tage ein Gast bleibt, ab dann ist er es offiziell nicht mehr und darf/sollte auch im Haushalt mithelfen (aber zwischen den Zeilen soll es wohl heißen, dass er möglichst nicht länger als drei Tage bleiben sollte. „Wayssu Beschayd, nä?“ hätte mein Vater jetzt gesagt … möge er in Frieden ruhen.)

Ein weiteres Sprichwort heißt: „Misafir umdugunu degil, buldugunu yer.“ „Der Gast isst nicht, was er sich erhofft/erwartet, sondern das, was man ihm vorsetzt.“ Soll heißen, dass man als Gast nicht zu hohe Erwartungen an den Gastgeber haben und sich mit dem Begnügen sollte, was man bekommt. Also,auf deutsch gesagt: das nächste Mal nicht von einem 3 Gänge-Menü träumen, sondern sich auf ’ne Käsestulle einstellen. Wenn man dann positiv überrascht wird, und es Königberger Klopse gibt, umso schöner. OK, für Vegetarier: Zwiebelkuchen ohne Speck.

Moaah, jaaa-haaa, okaaay, für Veganer: Linsensuppe mit Tofu-Einlage. Natürlich auch ohne Speck. *augenverdreh* (Aber „Ketos“ und „LowCarb“ler haben jetzt Pech gehabt, so!)

Und selbstverständlich gibt es auch positive Sprichwörter, über Gäste, wie z.B. :“Misafir on kismetle gelir. Birini yer, dokuzunu birakir.“ „Der Gast kommt mit zehn Mal Glück in seinem Gepäck. Den einen verspeist er, die anderen neun hinterlässt er.“ Diesen Spruch finde ich besonders schön. Soll heißen, dass man vielleicht Unkosten und Mühen hat, wegen ihm, aber das, was man für ihn macht, also die Gastfreundschaft, kommt irgendwie, irgendwann als Karma (oder auch am gleichen Tag, als Freude und Glück, was mir besonders zusagt) wieder zu einem zurück. Oder so ähnlich, ist immer etwas schwer, manche Sachen zu übersetzen und verständlich zu machen.

So, das war’s mal wieder mit „Aysenputtel erklärt Euch ihre türkische Welt.“

Lasst es Euch gut gehen und rockt 2020, ob als Gäste, Gastgeber oder whatever. Glück auf!

Goodbye, 2019 …

Das Lied im Video ist von mir gesungen. Es ist eines meiner Lieblingslieder und eines der bekanntesten, zu Silvester.
Mairi Campbell ist natürlich unerreichlich, mit dem schottischen Original, aber … i did it my way, you know?🤷‍♀️ Das waren meine persönlichen Highlights, in diesem Jahr … die Kochkurse.
Ich danke allen, die dabei waren und freue mich auf die vielen, kommenden Kurse.

Ich könnte jetzt einen ellenlangen Text über Vergangenes, Höhen und Tiefen,  Freundschaften und vieles mehr schreiben, aber ich lasse es mal.

Ich habe auch dieses Jahr meine schönen und unschönen Erlebnisse gehabt, und werde aus Fehlern lernen, Erfahrungen mitnehmen und dankbar sein für mein Leben, meine Lieben, die gesund sind und meine wahren Freunde, die auch noch da sind, wenn ich mal nicht so funktioniere, wie gewohnt.

Möge es für uns alle ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr sein.

Danke an alle , die mein Leben auf irgendeine Art verschönern und bereichern.

Ich bin bereit, 2020 ! 💪😊