Schmalznudeln? Achsoooo … :)

 

Jetzt muss ich mal was Lustiges und Interessantes erzählen. Zumindest war es für mich so.

Letztens hatte ich ein langes Wochenende in München. Es gab dort einen weiteren Kochkurs von mir (by the way: jaa! Endlich mal in München und es war mega schön!). Ich also gefragt, was ich denn mal unbedingt essen/probieren müsste, bevor ich wieder abreiste.
Schweinshaxe, Weißwurst und Co. kamen erst gar nicht infrage. Dann fiel noch das Wort „Schmalznudeln“.
Hmm, dachte ich. Das klingt interessant. Was ist das? Irgendwas mit Hefeteig … und Käse? OK.  Wo gibt’s des? Am Viktualienmarkt? Im „Cafe Schmalznudeln“? Gebongt!

Es war mein letzter Tag in München und ich dachte mir, frühstückst Du heute mal nicht im Hotel, gehste bummeln, holste Dir so’n Hefeteilchen, dann haste auch Dein Frühstück hinter Dir. Zum Mittagessen wollte ich mich eh noch mit jemandem treffen ( Alexandra, endlich! Es war so schön, dass wir uns endlich mal gesehen haben). Hatte für sie noch so ein kleines Mitbringsel-Täschchen mit einigen Schweinereien, ihr wisst schon (NEIN!! Es waren KEINE Nacktfotos von Channing Tatum und Co.!)
Ich dachte mir, wieso ein paar Blümchen mitbringen, die in ein paar Tagen im Müll landen? Lieber etwas, was ein Leben lang auf ihren Hüften landet, damit sie sich halt noch lange an mich erinnert -HARR! HARR!
Mooooment! Stop! Ich hatte auch noch ein bisschen Obst mit eingepackt, als Alibi. Chr. Chr.

Ich also, ins Café Schmalzdingens, schaute mir die Klöpse an, die da so rumlagen und dachte mir:“Oh, was für eine Ähnlichkeit die haben, mit unseren türkischen … “
Da fragte mich schon die nette Verkäuferin, was ich möchte. Ich erklärte ihr, dass mir diese Teilchen mit Käse empfohlen wurden und – da sagte sie bereits:“nee, wir hom nix mit Käse.“
Äh, okaaay … soryyy … dann muss ich das wohl irgendwie falsch verstanden haben, mit dem Käse. Ich fragte, was das denn überhaupt genau sei, mit den „Schmalznudeln“?
Und als sie mir erklärte „Hefeteig in Fett ausgebacken“ dämmerte es mir endgültig! Das waren nichts anderes als unsere türkischen „Pişi“ (pischi) !!!
PİŞİ? Echt jetzt??

Da fahre ich also 620 km, über 7 Stunden, um in München Pişi zu essen? Das Pişi, das meine Ur-Ur-Ur-Urgroßeltern schon aßen und es bei uns so ein „ach-heute-hab-ich-nix-im-Haus-dann-gibts-halt-pischi“-Gericht ist? WTF???

(Siehe Bild: das Foto vom Café hab ich gemacht. Die unteren beiden Fotos sind aus’m Netz. Links: Schmalznudeln. Rechts: Pişi)

OK. Darauf war ich jetzt wirklich nicht vorbereitet und wollte jetzt auch kein Pişi zum Frühstück essen. Obwohl der Türke da ja nix kennt und diese Dinger auch gerne zum Frühstück gemacht werden. Aber seelisch war ich jetzt ganz und gar nicht darauf vorbereitet. Und was weiß ich, was ich mir da vorgestellt hatte, aber kein Pişi, verdammt!

Aber wie sollte ich denn jetzt noch’n Rückzieher machen und flüchten?
Die Verkäuferin sagte, wenn ich am Tisch essen möchte, dann sollte ich mich schon mal hinsetzen und auf die Bedienung warten. Ich musste aber vorher mal, für kleine enttäuschte Türkinnen, und fragte nach dem WC.
Sichtlich erleichtert verließ ich das WC und setzte mich nach draußen. Das Wetter war OK.
Ich wartete auf die Bedienung.
Und wartete.
Und wartete.

Als niemand kam, stand ich einfach auf und ging. Einfach so. Kackendreist.
Innerlich machte ich eine Siegerfaust und dachte:“Yessss! Doch noch geschafft, diesem fett-triefenden, gefühlten 800-Punkte-Hefeklops zu entgehen! Yes, yes, yesss!“

Ich ging so ca. 100 m.
Innerlich hörte ich Winnersongs wie „We are the Champions“ oder „I will survive“ und grinste über beide Ohren, als …
Kennt ihr in Filmen die Szene, wo eine angenehme und tolle Musik zu hören ist, aber diese Musik plötzlich wie mit einem „Cut!“ und einem Quietschen abgeschnitten wird und man als Zuschauer weiß, jetzt kommt was Blödes (für die Protagonisten)?
Jep. Genau an dieser Stelle war ich grad auch, als es mir dämmerte:“ach du Kacke!!! Ich hab mein Geschenktäschchen auf’m Klo vergessen!!! F***k!!“

Ähm … Das gute Ooooobst! *hüstel*

Ich, so-fort zurückgerannt, durch die Gassen der Münchener City, im Kopf die „Mission Impossibel“ – Musik und der Gedanke :“oh mein Gott, hoffentlich ist die Tasche da noch irgendwo. Hoffentlich hat sie jemand bei der Verkäuferin abgegeben. Lieber Gott, lass die Tasche bitte nicht eine Zuckersüchtige wie mich gefunden haben, bitte bitte!“

Im Kopf hatte ich schon ein Horrorbild von dem fast leeren Täschchen, mit nur dem Obst darin.
Und vor allem ICH, mit Handschellen abgeführt. Am nächsten Tag SO ne große Zeile in der Bild:“moppellige Frau, A.T. aus C.-R., bestellte zuerst eine Schmalznudel und einen Kaffee, flüchtete aber bevor sie es serviert bekam.“

Dann die Aussage und das Foto von einer völlig aufgelösten und enttäuschten Bedienung:“ ich kam mit meinem Tablett an ihren Tisch und sie war … sie war einfach weg … *schluchz*… und wir waren uns so einig, dass sie bestimmt noch drei Schmalznudeln mehr bestellt  und kräftiges Trinkgeld da gelassen hätte. Es ist mein erster Arbeitstag gewesen. Ich bin für den Rest meines Arbeitslebens traumatisiert. *schnief* “

Aber, dann geschah ein Wunder: das Täschchen war mit all seinem köstlichen Inhalt noch genau da, wo ich es hingestellt hatte, in einem der zwei Toilettenräume.
Haaaa-le-luujah!

Ich schnappte es mir und schlich mich in dem Gewusel wieder unauffällig raus, auf die Straße, ohne aufgehalten oder angesprochen zu werden, in Richtung Literaturhaus, wo ich ja ein Date hatte und so lecker zum Mittag gegessen habe.

Übrigens feiere ich dieses Literaturhaus so, wegen des leckeren Essens und der Untertassen.
Also, echt mal! 😀

Ein türkisches Wahrzeichen: die Tulpe

 

 

Wusstest Ihr schon, dass Tulpen zum ersten Mal im 16. Jahrhundert aus der Türkei nach Europa eingeführt wurden?

„Ursprünglich stammt die Tulpe aus Persien, aber es waren die Türken im Osmanischen Reich, die sie erstmals in größerem Stil kultivierten. In der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen dann die ersten Tulpen von Istanbul nach Wien, wo damals Kaiser Ferdinand I. regierte. Der Botschafter des Kaisers am Hof des Sultans in Istanbul war ein Flame namens Ogier Ghislain de Busbeque. Ihm verdankt die Tulpe auch ihren Namen: Er benannte sie nämlich nach dem türkischen Wort für Turban, Tülbent .

[…]

Nachdem der Botaniker Carolus Clusius, der in Wien den kaiserlichen Heilkräutergarten geleitet hatte, an die Universität Leiden berufen wurde und neue Züchtungen hervorbrachte, verfiel in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ganz Holland in eine Tulpenmanie. Im Hintergrund standen die Schönheitsideale einer neuen Weltanschauung, des Humanismus, die der gegenständlichen Welt zugewandt waren; im Vordergrund stand das gesellschaftliche Prestige. Tulpen wurden zu einem Statussymbol, die Preise für die Zwiebeln waren teilweise so viel wert wie die besten Häuser in Amsterdam. Doch 1637 brach der Tulpenmarkt plötzlich zusammen. Die Wirtschaftsgeschichte betrachtet diese niederländische Tulpenmanie als eine der ersten Spekulationsblasen des Kapitalismus.

Aber damit ist die west-östliche Geschichte der Tulpe nicht zu Ende. Die neuen Züchtungen aus Holland fanden nämlich Anfang des 18. Jahrhunderts ihren Weg zurück nach Istanbul, wo sie in höfischen Kreisen wiederum eine neue Tulpenmanie begründeten. Noch heute wird diese Epoche in der türkischen Geschichtsschreibung als „Lale Devri“, das heißt „Tulpenzeit“, bezeichnet.“ (Quelle: Süddeutsche Zeitung)


Wenn Ihr mal im April/Mai in Istanbul sein solltet, müsst Ihr das „Lale Festival“ (Lale heißt Tulpe auf türkisch) besuchen, im Gülhane Park. Es ist eine Augenweide, nicht nur für Tulpenliebhaber.
Somit versteht Ihr jetzt auch, warum ich dieses Jahr, als Tischdeko, oft rote Tulpen haben werde, bei meinen Kochkursen. Zumindest in der Tulpenzeit.
Die „Lale“-Vasen habe ich extra dafür aus der Türkei bestellt. 
Genauso, wie dieses Mokka-Set, mit den berühmten türkischen Tulpen darauf.
Die türkische Tulpe  hat nicht die ovale Blüte, wie wir sie hier in Deutschland kennen, sondern ist die Sorte, mit den spitzen Blütenblättern, wie z.B. „Aladdin“ oder „Pretty Woman“.